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Wie es sich als deutsche Prinzessin in Rom lebt – seit kurzem ohne italienischen Mann, dafür mit Job.

«Wenn man weiss, wie’s funktioniert»: Modedesignerin Prinzessin Mafalda. (Bild: Rolf Sachs)

«Deine Mode, sind das Stücke, die du selber kaufen würdest, oder hast du eine klare Vorstellung, wie die von dir gekleidete Frau aussehen soll?» – «Beim Design ist unsere  Vision: Ich bin die Frau, die meine Kollektion kauft und trägt. Ich sag’ immer: ‹Mafalda needs a new coat, a new dress ...› Und Eric [Wright; ihr Designpartner, ein Amerikaner, hat zuvor unter anderem für Karl Lagerfeld bei Fendi gearbeitet. Er spricht kein Deutsch, sitzt dennoch während des Interviews neben ihr] sagt: ‹No, the woman next season needs ...›» – «Wie sieht’s Businessplan-mässig aus? Hast du da auch eine Vision?» – «Ich habe noch einen anderen Partner, Tobias  Müksch [Geschäftsführer einer Agentur für Markenentwicklung mit Büros in Köln und Zürich], der stellt unser Budget auf, unseren Businessplan, die Termine ... All diese Sachen, die wichtig sind.» – «Wo siehst du deine Marke in drei Jahren?» – «Im Idealfall möchte ich in so vielen Geschäften wie möglich [distribuiert] sein.»

Mafalda Prinzessin von Hessen – Initialen MvH – ist die Tochter von Moritz von Hessen und eine Urenkelin Viktor Emanuels III., bis 1946 König von Italien. Ihre Kindheit und  Jugend verbrachte sie auf einem Landgut in Schleswig-Holstein, seit über 25 Jahren lebt sie in Rom. In der Welt stand, sie sei mit dem StilGen zur Welt gekommen und bei Bunte.de wird sie als «schönste europäische Adelige» beschrieben. Zurzeit schliesst sie die Kollektion für Frühling und Sommer 2017 ab, es handelt sich dabei um die dritte Kollektion ihrer jungen Modemarke mit Namen «Mafalda von Hessen»; die Kleidung für Damen – «alltags- tauglicher Luxus», Faz.net – wird in Italien und Frankreich hergestellt. Ich bin bekannt mit ihrem ersten Ehemann, Enrico Graf Cinzano – sie heiratete später noch zweimal, jeweils Männer aus Italiens guter Gesellschaft, und hat vier Kinder –, ferner arbeite ich gelegentlich mit ihrem neuen Partner Rolf Sachs zusammen.

 «Wie wichtig ist für dich respektive deine Kundin die Funktionalität? Oder geht es nur drum, chic auszusehen?» – «Nein, ich versuche, Mode zu entwerfen, die man den ganzen Tag durch tragen kann. So wie jetzt bin ich wahrscheinlich auch heut Abend angezogen [sie trägt rote, weite Dreiviertelhosen aus Baumwolle, von ihrer Marke, dazu Sportschuhe, ein T-Shirt und darüber ein Top von Zara], und wenn ich ein Abendessen hätte, würd’ ich nur die Schuhe tauschen und mir die Haare kämmen.» – «Was ist mit der alten Behauptung, funktional sei das Gegenteil von sexy?» – «Nein, finde ich nicht, gerade das ist doch eine Herausforderung. Darin sind zum Beispiel die Italiener gut – denk nur an die coach jackets, Kutscherjacken, die wurden in die Mode von heute übernommen.»

«Wie lebt sich’s in Rom, wo vieles nicht funktioniert, als Deutsche?» – «Das ist alles nur  Organisationssache, man kann sich akklimatisieren, und wenn man weiss, wie’s funktioniert, dann funktioniert’s. In der Schweiz kann man vertrauen, hier muss man double checken. Aber es gibt auch viele Leute, gerade in der Mode, die präzise arbeiten, sonst hätten sie keinen Job mehr. Und die Lebensqualität ist unbestritten hoch, guck mal, wo wir arbeiten – ist es nicht wunderschön hier [das Gespräch fand statt in ihrem Anwesen im Zentrum von Rom; das Land hatte König Viktor Emanuel III. ihrer Grossmutter geschenkt, die in den 1920er Jahren dort das Haus bauen liess, in dem Mafalda mit zwei ihrer Kinder lebt und wo sie arbeitet]?» – «Du bist bei deinen Eltern auf einem Gut in Schleswig-Holstein aufgewachsen – was bist du mehr, eine Deutsche oder ein Mädchen vom Land?» – «Von beidem ein bisschen. Mein Akzent ist so stark – wie könnt’ ich verleugnen, dass ich Deutsche bin? Und the country pumpkin [etwa «Landei», sie hat als junge Frau auch in New York gewohnt]: Ich liebe Gartenarbeit, liebe meine Hunde, ich gehe in die Natur, das sieht man auch in unseren Kollektionen, das macht uns interessant.» – «Was hat sich verändert, seit du nicht mehr mit einem Römer zusammen bist [Ferdinando Brachetti Peretti, ein Graf und Präsident eines italienischen Energie-Unternehmens] – wirst du in Rom noch eingeladen?» – «Zuerst mal ist es in jedem Land unangenehm für eine Frau, wenn sie sich vom Partner trennt, das hat nichts mit mir zu tun, die society muss sich  zuerst daran gewöhnen, das ist ein Transformationsprozess, der dauert eine Weile, aber dann ist alles wieder okay. Die Römer haben mich akzeptiert als das, was ich bin, sie sehen mich nicht als Fremde.»

 

Ihr liebstes Restaurant: Pierluigi, Piazza de’ Ricci, 144, Rom, +39 06 686 8717

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