Es gibt vermutlich keinen guten Ort, um sich das Leben zu nehmen. Doch es gibt schรถnere und weniger schรถne Orte. Der, fรผr den sich die ยซDame mit dem grossen Herยญzenยป (24 Heures) entschied, ist ein sehr schรถner Ort sogar. Es geschah am 17. Mรคrz 1990. An dieยญsem Samstagvormittag stieg sie รผber das Geยญlรคnder ihrer Terrasse am Lausanner Chemin de Primerose 6. Und liess sich vom Flachdach des achtstรถckigen Mehrfamilienhauses, in dem sie das Attikaยญ-Apartment bewohnte, fallen. Hinten raus, wo es einen Rasen, eine Hecke und Bรคume gibt, die ein wenig Sichtschutz bieten, nicht vorne, wo ein Gehweg von der Strasse zum Einยญgang fรผhrt. Und nur ein paar Hรคuserblocks entยญfernt der Genfersee liegt.
ยซSie hat die Einsamkeit vorgezogenยป, stand drei Tage spรคter in der Waadtlรคnder Tagesยญzeitung รผber den Freitod von Capucine. Und inย Le Matin, dem Boulevardblatt, das seit ein paar Jahren bloss noch online erscheint, komยญmentierte ein Schreiber: ยซDer Selbstmord hat die Ruhe und das positive Image Lausannes geยญstรถrt.ยป Um wenige Zeilen weiter unten zu fraยญgen, wie man sich in einer so gefรคlligen, friedยญlichen Stadt das Leben nehmen kรถnne.
ยซJeder hat seine eigene Hypotheseยป, sagt Blaise Hofmann, ein Autor und Winzer aus Morges. Er hat ein Buch geschrieben รผber die Frau, die als Germaine Lefebvre geboren wurde, ยซCapucine โ unsere vergessene Hollyยญ woodยญIkoneยป, es erschien 2015 (auf Deutsch 2020). Der letzte Satz der Einleitung ist eine Frage โ ยซWer erinnert sich an Capucine?ยป Die Antwort dรผrfte, verkรผrzt wiedergegeben, lauยญten: ยซNiemand.ยป Und zugleich Teil der Antยญwort sein, weshalb sich jemand in einer so geยญfรคlligen, friedlichen Stadt das Leben nehmen kรถnne.
In Cocos Heimat
Germaine Hรฉlรจne Irรจne Lefebvre kam 1928 im sรผdfranzรถsischen Saintยญ-Raphaรซl zur Welt. Spรคter im Leben frisierte sie das Geburtsdatum um fรผnf Jahre nach vorne, gab es mit 1933 an. Das ist in Ordnung, nicht in Ordnung ist vielยญ mehr, eine schรถne Frau deutlich รผber zwanยญzig danach zu fragen. Erst zog die Familie aber nach Saumur, einer kleinen Stadt am Ufer der Loire und im Westen des Landes. Falls man Sauยญmur kennt, dann als den Ort, in dem Gabrielle ยซCocoยป Chanel geboren wurde, fast fรผnfzig Jahre bevor Familie Lefebvre dort ankam.
Germaines Kindheit verlief einigermassen ereignisarm, ohne besondere Vorkommnisse. Meinte man, bis sie 1984 in ยซRouge Capuยญcineยป, dem Film des Schweizer Regisseurs Miยญchel Soutter, in dem sie sich selbst spielt, offen Auskunft gab รผber ihr Leben. Und das Bild des Aufwachsens in Unbeschwertheit berichtigte.ย Out of the blue, aus heiterem Himmel, erzรคhlt sie, wie sie als junges Mรคdchen vergewaltigt wurde โ ยซvon meinem Grossvater, ich war zwรถlfยป.
Sie war achtzehn und hatte heimlich genug Geld gespart fรผr ein Billett nach Paris.
Die nรผchterne Schilderung trifft den Zuยญschauer umso stรคrker, weil die Geschichte beยญziehungsweise ihre Darreichung, abgefilmtes Theater nรคmlich, bis zu dieser Stelle getragen und langfรคdig daherkommt. Die lรคngste Zeit war nicht mehr von ihr bekannt gewesen, als dass sie ein kluges Kind, eine gute Schรผlerin, Klassenbeste ein paar Jahre lang, und bereits frรผh eine Schรถnheit gewesen war. Sowie schon frรผh den Entschluss gefasst hatte, Saumur zu verlassen โ raus aus der Kleinstadt, weg nach Paris. Wo die Lichter heller schienen und ein schรถnes Mรคdchen in seinem warmen Glanz noch schรถner wurde.
1946, sie war achtzehn und endlich vollยญjรคhrig, hatte sie heimlich genug Geld gespart fรผr ein Billett nach Paris,ย aller simple, einfache Fahrt. Doch Germaine war keine Hasardeurin, sie hatte einen Verehrer aus Saumur vorausยญ geschickt als Vorhut sozusagen, damit er in der Grossstadt eine Unterkunft fรผr sie finden und anmieten kรถnne. Und damit sie jemand erยญ warten wรผrde am Gare Montparnasse.
Der junge Mann versuchte, seinen Weg als Fotograf zu machen; die junge Frau wollte ans Theater. Sie brachte es in eine Klasse der richtiยญgen Schauspiellehrer, immerhin, abends servierยญ te sie in einem Keller der Rive gauche. Er kleidete sich wie ein Existenzialist, durfte JeanยญPaul Sarยญtre im Cafรฉ ยซFloreยป portrรคtieren, sie las Simone de Beauvoir. Doch bald gab der Junge auf, fuhr retour nach Saumur. Das Mรคdchen blieb in Paris, sie hatte es zur Prรคsentatorin im ยซKing Clubยป gebracht. Und zum Mannequin โ ยซeinem Beยญruf ohne Prestige in den spรคten 1940er Jahrenยป, schreibt Hofmann in seinem Buch รผber Capuciยญne. Bei diesem handelt es sich um eine teils fikยญtionalisierte Biografie, sie enthรคlt Fakten sowie Annahmen, die stimmen kรถnnen, mรถglicherยญ weise aber auch nicht. Das liest sich leicht, und die Lektรผre ist eine lohnende, unter anderem weil der Schreiber nicht zu verbergen versucht, dass er sich wรคhrend der Recherche ein wenig in seine Hauptdarstellerin, er nennt sie ยซseine Heldinยป, verliebt hat.
Auf eine Theaterbรผhne bringt sieโs nicht. Doch vor Kameras fรผr Filmยญ- und Fotoaufยญnahmen. Erstere sind Kรผrzestauftritte, die es manchmal nicht in die verรถffentlichte Fassung schaffen. Doch ihre Laufbahn als Mannequin entwickelt sich erfreulich, sie wirbt fรผr Kleider, besser Couture, fรผr Pelz, fรผr Schmuck. Und sie lernt Mรคnner kennen, was schon damals eine Begleiterscheinung des Jobs war, darunter wichยญtige Mรคnner sowie auch die falschen. Einen, den Schauspieler Pierre Trabaud, acht Jahre รคlter und mit demย claim to fameย einer Rolle im Film, der jรผngst mit der Goldenen Palme des Festivals von Cannes ausgezeichnet worden ist, heiratet sie (die Ehe dauert sechs Monate).
Ungleich dauerhafter war die Beziehung zu Hubert de Givenchy, einem Modeschรถpfer mit damals neugegrรผndetem Maison, das seinen Namen trug. Er wurde ihr Fรถrderer, blieb zeitยญ lebens ein Freund, Berater und Begleiter.
Antifeministin von der Rive gauche
Schon damals genรผgte den erfolgreichsten Mannequins ein Vorname, um in der Modeยญwelt unverwechselbar zu werden. Es gab eine Victoire, die eigentlich Jeanne hiess und fรผr Dior Reklame machte, aus einer Simone war Bettina geworden (sie lief fรผr Jacques Fath, den man heute ebenfalls nicht mehr kennt), und eine Janine wurde in Praline umgetauft, sie war ein Star. Was auch Germaine bald wurde, und zwar am 3. Februar 1952 gemรคss ihrem Bioยญgrafen โ Fakt ist, an dem Tag lief sie zum ersten Mal an einer Modeschau fรผr Givenchy. Journaยญlisten schrieben, sie habe auf dem Laufsteg an einen ยซhochmรผtigen Kranichยป erinnert. Was Hubert, vermutlich richtigerweise, als Namen einschรคtzte, der nicht fliegen wรผrde. Weshalb er ihr einen tauglicheren gab, den einer Blume, der man aphrodisische Zauberkrรคfte zuschreibt und die diskret duftet: Capucine (deutsch Kapuzinerkresse, was wohl auch nicht funkยญtioniert hรคtte).
Doch was hรคtte Simone ยซDas andere Geยญschlechtยป de Beauvoir davon gehalten, dass Mรคnner Frauen Namen verpassen, die sie, die Mรคnner, schรถner oder gewinnbringender finยญden? De Beauvoir ist Autorin von Sรคtzen wie: ยซSie [die Frau] hat keinen Beruf, keine Fรคhigยญkeiten, keine persรถnlichen Beziehungen, sogar ihr Name gehรถrt ihr nicht mehr; sie ist nur noch eine Hรคlfte ihres Mannes.ยป Weshalb Gerยญmaine, Pardon: Capucine, vorsorglich bereits mitgeteilt hatte, de Beauvoir habe sie in ihren Erwartungen enttรคuscht. Sie, Capucine, geniere sich nicht, ihre Vorliebe fรผr starke Mรคnner, Fรผhrernaturen, zuzugeben. Sie sei im Grunde Antifeministin.
Auch eine solche kann eine coole Freundin brauchen,ย nโest-ce pas? Freund Hubert brachte eines Abends eine aufstrebende Schauspielerin mit zum Essen ins ยซLa Fontaine des Quatre Saisonsยป. Der Couturier hatte zuerst, als ihm mitgeteilt worden war, eine Miss Hepburn sei in der Boutique und verlange nach ihm, Kaยญtharine erwartet, von deren Schauspielkunst er angetan war. Folglich war er ein wenig entยญtรคuscht, stattdessen eine Audrey Hepburn kennenzulernen, ยซfast ein Kind noch in Balleยญrinas, einer rosa Caprihose und dem Strohhut eines Gondolieresยป, erinnerte er sich (Kathaยญrine und Audrey waren nicht miteinander verยญwandt). Er ging auf ihre Anfrage, ob er die Kosยญtรผme ihres nรคchsten Films entwerfen mรถchte, dennoch ein. Was dazu fรผhrte, dass die Hepยญburn, die sich von da an hรคufig im grosszรผgigen Appartement de Givenchys in Saintยญ-Germainยญ-desยญ-Prรจs aufhielt, Capucine kennenlernte. Die so entstandene Freundschaft hielt ein Leben lang. Und brachte ferner der Franzรถsin wohl einiges, laufbahntechnisch besehen.
Ihr Ziel war schon bald nicht mehr, eine geยญfeierte Theaterdarstellerin zu werden, sonยญdern ein Filmstar. Aber auch das war einfacher geplant als umgesetzt. Mitte der 1950er Jahre war Capucine zwar ein Superยญ-Mannequin, falls es diese Bezeichnung gegeben hรคtte, doch auf Kinoleinwรคnden sah man sie nur fรผr jeweils wenige Sekunden โ etwa in ยซFrouยญ-Frouยป mit Louis de Funรจs in der Hauptrolle โ, und bis ihr Name im Abspann erschien, sassen die meisยญten Zuschauer bereits in einer Bar neben dem Lichtspielhaus. ยซGo west, young womanยป oder so รคhnlich ermutigte sie ihr Fรถrderer de Givenยญchy. Nach Amerika zu gehen, war naheliegend als Idee. Das sah auch Capucine, die aus der ersยญten Reihe mitverfolgte, wie steil sich die Karriere ihre Freundin Audrey โ auch keine Amerikaneยญrin, sondern britischยญ-niederlรคndischer Herkunft โ alsย actressย nach oben entwickelte.
Die Freundschaft mit Audrey Hepburn hielt ein Leben lang.
1958 schliesslich nahm sie in Le Havre die ยซUnited Statesยป, das schnellste Passagierschiff der Zeit. Tage spรคter erreichte sie New York, wo niemand auf sie wartete. Zwei Tage danach feierte sie ihren 30. Geburtstag, obwohl ยซfeiยญerteยป vielleicht nicht das treffende Wort ist โ sie hatte ยซweder ein Zuhause noch Arbeit, noch einen Ehemann, noch ein Kindยป, fasst ihr Biograf zusammen.
Wenigstens hatte sie einen Freund in der Alten Welt, Hubert, der eine Bekannte aufgeboten hatte, sie ins franzรถsische Restaurant ยซLe Paยญvillonยป an der Fifth Avenue auszufรผhren. Wรคhยญrend des Dinners sei ein grosser Amerikaner an den Tisch der traurigen Frau getreten und habe sich als John vorgestellt. John wie in John Wayne. Und ihr gleich eine tragende Rolle in seinem nรคchsten Film, ยซRio Bravoยป, angeboten, nachยญ dem er sich erkundigt hatte, wie sie heisse. ยซMy name is Germain Lefebvre, but call me Capuยญcineยป, soll sie gesagt haben, ยซjust Kapooseen.ยป
Der Abend nahm seinen Lauf, und er sollte ein entscheidender werden fรผr Kapooseen โ John bat die beiden Frauen an seinen Tisch, an dem auch Charles Feldman sass. Capucine kannte den Filmproduzenten respektive wusste, wer er war, sie hatte einmal im ยซFouquetโsยป in Paris am Tisch neben seinem gesessen. Eigentlich wollte sie schon damals aufstehen und sich vorยญstellen, denn er hatte gerade ยซThe Seven Year Itchยป herausgebracht. Doch sie hatte es unterยญlassen, immerhin war er ein Superproduzent, hatte gerade mit Marilyn Monroe gedreht. Und einen solchen haut man nicht einfach so an als Dame im Restaurant, ohne Entrรฉe.
Charles ยซCall me Charlyยป Feldman war sachbezogener als John Wayne: Er versprach ihr keine Rolle, oder wenigstens noch keine. Aber er bot ihr an, sie nach Los Angeles zu beยญgleiten, wo sie Englisch lernen, sich mit Hollyยญ wood vertraut machen kรถnne ... Wenn etwas zu gut tรถnt, um wahr zu sein, ist es meist nicht wahr, sagt man. Doch Feldman, auch einer der PowerยญAgenten der Zeit, hielt Wort โ Capucine stieg kurze Zeit spรคter aus dem Zug, der sie von der Ostยญ- an die Westkรผste gebracht hatte, aus. Und zog bald bei Charly ein, in seiner Villa, hoch รผber der Stadt gelegen, auf einem der Canยญyons, die Beverly Hills durchqueren.
Erste grosse Rolle
Derย moveย war kein alltรคglicher im nach aussen zumindest sittenstrengen Amerika der spรคten 1950er Jahre. Unรผblich zwar, aber nicht unยญmรถglich โ Kapooseen war eine Geschiedene, Charly ein Geschiedener (zuvor verheiratet mit der Schauspielern Jean Howard, diese war kรผrzยญlich ausgezogen). Doch die Optik der ยซWohnยญgemeinschaftยป war nicht das einzige Problem. Und vielleicht nicht mal das grรถsste: Hollyยญ woods Studiobosse, die Entscheider darรผber, ob aus einer hoffnungsvollen Schauspielerin ein Star wird oder eine Kellnerin mit einemย broken dream, diese Bosse waren nicht รผberzeugt vom neusten Talent, das Charly reprรคsentierte. Zu seinen Kundinnen gehรถrte zwar Greta ยซdie Gรถttlicheยป Garbo, eine Schwedin, die es nach ganz oben gebracht hatte. Doch derย track recordย von Franzรถsinnen in Amerika war bisher nicht รผberzeugend (das war eine Untertreibung).
Paulette Duval? Lili Damita? Ariane Borg? Mireille Balin? Jacqueline Laurent? Fรผnf Mal nie gehรถrt? Eben. Die eine wollte sich von Ameยญrikanern nicht sagen lassen, welches Kleid sie zu tragen habe als Pariserin, die andere brachยญte ihren Akzent nicht weg, die dritte hatte Mรผhe mit dem vorgeschriebenen Amerikanยญ-, Moral-ยญ und Patriotismus et cetera. Weshalb die meisten bloss ein kurzes Gastspiel gaben, beยญvor sie die Stadt und/oder die Branche wieder verliessen.
Capucine, oder Cappy, wie er sie nannte, gebe es fast umsonst, sie sei bereit, sozusagen for free zu arbeiten.
Doch Charly verhandelte hartnรคckig und hatte mindestens eine รผberzeugende Entgegnung: Capucine, oder Cappy, wie er sie nannte, gรคbe es fast umsonst, sie sei bereit, sozusagenย for freeย zu arbeiten. Was also kรถnnten Columbia Pictures verlieren? Und was die Bosse dagegen haben?
Das wirkte. Rund ein Jahr spรคter, 1960, beยญkam sie ihre erste grosse Rolle. Fรผr ยซNur weยญnige sind auserwรคhltยป (im Original ยซSong Without Endยป) setzte sie sich etwa gegen die Branchengrรถsse / das Sexsymbol Ava Gardยญner durch; sie, die Franzรถsin, die man bisher hรถchstens als neue Lady des Hauses Feldman kannte, spielte die Fรผrstin zu Saynยญ-Wittgenยญstein und die von Franz Liszt stรผrmisch Geยญliebte im Film mit dem zweitgrรถssten Budget des Jahres (nach ยซBenยญ Hurยป). Liszt, nebenbei erwรคhnt, wurde vom Briten Dirk Bogarde verยญkรถrpert, der Hollywood eigentlich ablehnte, doch dem Angebot nicht widerstehen konnte. Das ยซaufwรคndige, schรถn fotografierte und prunkvoll ausgestattete Kรผnstlermelodrama, das den historischen Stoff nach bewรคhrter Hollywoodยญ-Manier zu gepflegtem Schwulst verarbeitetยป (Lexikon des Internationalen Films) war ein Erfolg beim Publikum. Was aus heutiger Sicht รผberrascht โ welches Stuยญdio wรผrde einen solchen Stoff im grossen Stil umsetzen und welche neunzehnjรคhrigen Kids aus Ohio, Durchschnittskinobesucher, wรผrยญden sich den Streifen antun? Capucine bekam viel Lob, wenn auch nicht unbedingt fรผr ihr Schauspiel, aber immerhin als ยซalabasterne Schรถnheit mit blauen Augenยป, das ยซsmartest French girl of Hollywoodยป oder fรผr ihre ยซPariser Eleganzยป.
Schรถnste Frau ihrer Zeit
Danach reihte sie tragende Rollen auf wie Miยญkimotoยญ-Perlen an einem Seidenfaden um ihren langen Hals โ sie spielte etwa in einem Wesยญtern neben John Wayne (den sie anders wahrยญ nahm als bei ihrer ersten Begegnung im New Yorker Restaurant, als Grobian nรคmlich), in einem Drama um eine Franzรถsin in einem Borยญdell von New Orleans (mit dabei im Cast die damals 22-ยญjรคhrige Jane Fonda), oder in Komรถยญdien (ยซDer rosarote Pantherยป mit David Niven, Peter Sellers und Claudia Cardinale sowie ยซWas gibtโs Neues, Pussy?ยป, fussend auf dem Drehยญbuch des jungen Heywood ยซWoodyยป Allen, der auch mitspielt).
Fรผr einige Auftritte bekam sie wohlยญmeinende Rรผckmeldungen, beispielsweise fรผr den als Ehefrau des dussligen Inspektors Clouseau (Sellers) im ยซRosaroten Pantherยป. Anยญdere Filme wurden von Kritikern nicht oder kaum beachtet, darunter ยซWas gibtโs Neues, Pussy?ยป, ein Erfolg beim Publikum รผbrigens. Persรถnlich habe ich mit meinen Nichtยญ-Profiยญ-Filmkritikerยญ-Augen in diesen beiden Werken grosse Schauspielerinnen gesehen โ Capucine war aber nicht darunter (im ยซPantherยป warโs die junge Claudia Cardinale, die zudem als Sรคnยญgerin und Tรคnzerin รผberzeugte; in ยซWas gibtโs Neues, Pussy?ยป war es Romy Schneider). Die Beschreibung von Capucine in den Columbiaยญ Pictures-ยญUnterlagen fรผr ihren nรคchsten Film, ยซVenedig sehen โ und erben ...ยป (englisch ยซThe Honey Potยป, erschienen 1967), ยซeine Frau so knochig wie ein Kranich und so kalt wie ein Eiswรผrfelยป, finde ich aber hart, zu hart. Man muss Capucine alsย actriceย nicht lieben, einverยญstanden, streng รผber ihr รusseres zu urteilen scheint mir aber an den wassergewellten Haaยญren herbeigezogen, sie war eine der schรถnsten Frauen ihrer Zeit.
Die 1960er Jahre waren ihre Zeit, die Jahre jedenfalls, in denen sie am meisten arbeitete. In denen Sie ein Filmstar war (ihre Beine, Teil ihres Kapitals, waren fรผr eine halbe Million Dollar versichert.) Ihr Jahrzehnt endete mit einer Rolle in ยซFellinis Satyriconยป von 1969, einem Film des grossen Federico, wenn auch nicht sein bester (Platz 16 auf der Liste von 20, laut dem britischenย Guardian). Blaise Hofmann nennt Capucine im Kurzauftritt als alte Frau ยซeine Fehlbesetzungยป. Und fasst ihre Filmografie bis hierher so zusammen: ยซRusยญsische Prinzessin, die ihre Privilegien fรผr die Liebe eines Komponisten aufgibt, Tรคnzerin des French Cancan, verliebt in einen unsensiblen Macho, LuxusยญProstituierte, eingebildete Nymยญphomanin, alte Ehe-ยญWahrsagerin ... Keine einzige normale und heitere Frauenrolle. Nur รผberdrehte, verwirrte Weiber, die ihr Glรผck in den Armen eines Mannes suchen.ยป
Der Biograf zeigt weniger Unverstรคndnis gegenรผber der Industrie respektive den Bosยญsen von Hollywood oder Cinecittร , von denen erwartet er nicht mehr, er hadert dagegen mit seiner Heldin โ schwieriger zu verstehen sei, weshalb Capucine, die in Paris ein freies Leben fรผhrte, Bรผcher der Brontรซยญ-Schwestern, von Virยญginia Woolf und Simone de Beauvoir las, das ยซsmartest girl of Hollywoodยป gewesen war, einยญgewilligt habe, sich auf das Darstellen hilfloser, oberflรคchlicher untertรคniger Verfรผhrerinnen zu beschrรคnken. Und er vergleicht ihre Rollenwahl respektive die Wahl, die andere fรผr sie getroffen haben, mit der von Marilyn Monroe. Was hochยญ gegriffen ist, aber wohl nicht ganz falsch.
Los AngelesโยซLosaneยป einfach
Um es mit Hildegard Knef zu sagen: ยซVon nun an gingโs bergab.ยป Das heisst, das Unยญglรผck begann, wie so oft, Jahre frรผher, als der Schein noch gewahrt war, die Vorderansicht hell strahlte. Ende der sechziger Jahre war Caยญpucine schwanger geworden โ Vater des unยญgeborenen Kindes war Charles Feldman, ihr Gastgeber. Die Nachricht keine gute fรผr ihn, Vaterยญ beziehungsweise Mutterglรผck war nicht im Plan, solches vertrรคgt sich schlecht mit dem vorgesehenen Verlauf der Schauspielerinnenkarriere. So sah es jedenfalls Charly der Agent. Und er entschied, was in Capucines Leben passierte. Denn, schreibt Hofmann, sie hatte nicht bloss ihre Seele verkauft, sondern auch ihre Rechte an ยซder Marke ihrer Kleider, dem Schnitt ihrer Frisur und ihrer Nachkommenยญ schaftยป. Also trieb sie ab. Und lรถste bald danach die Wohngemeinschaft sowie die Beziehung zu Charles auf. Feldman heiratete rasch eine andere Frau. Und starb sechs Monate spรคter, im Mai 1968, an Krebs. Gerade rechtzeitig hatte er sich, immerhin, noch um eine neue Bleibe fรผr Cappy gesorgt, er hatte ihr eine Attikawohnung gekauft in einem schicken neuen achtstรถckigen Haus in Lausanne, Switzerland.
Die 1960er Jahre waren ihre Zeit, die Jahre auf jeden Fall, in denen sie am meisten arbeitete.
Man kann das Mรคdchen aus Los Angeles verยญtreiben, doch nicht Los Angeles aus dem Mรคdยญchen, heisst es sinngemรคss. Was Capucine beยญtrifft, muss die Redensart angepasst werden. Sie war in ihren amerikanischen Jahren nicht zur Amerikanerin geworden, das wollte die Franยญzรถsin nicht,ย bien sรปr. Doch nach ihrem Trip Los AngelesโยซLosaneยป einfach ging immer noch genug Anziehungskraft von ihr aus, dass Wilยญliam Holden und Yul Brynner Wohnungen im schicken Haus am Chemin de Primerose 6, nahe dem Parc de Milan in Lausanne, kauften, und nacheinander Capucines Nachbarn in den unteยญren Etagen wurden. Brynner, Star aus ยซDie glorยญreichen Siebenยป mit russischยญschweizerischer Herkunft, wohnte bereits im waadtlรคndischen Buchillon, zwanzig Kilometer von Lausanne entfernt. Wohingegen Holden, der 1954 mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller fรผr seine Rolle in ยซStalag 17ยป ausgezeichnet worden war, weit weg lebte. Doch seit einer kurzen Liebschaft mit Capucine Anfang der 1960er Jahre (sowie einer erneuten ein paar Jahre spรคter, wรคhrend der Arbeiten fรผr einen weiteren gemeinsamen Film) die lรคngste Zeit in sie verschossen blieb. Allerยญdings lasteten wenigstens zwei Probleme auf der Beziehung: Holden war verheiratet sowie mehr oder weniger stark alkoholabhรคngig, und zwar eher mehr, wenn er mit Capucine zusammen war, so dass diese ihm beistehen und ihn pflegen musste, er soll sie ยซmeine Florence Nightยญingaleยป genannt haben.
Man kann nicht schreiben, Capucine habe ยซGlรผck mit Mรคnnernยป gehabt. Aber man kann schreiben, sie habe viele Mรคnner gehabt. Viele mit bekannten Namen, was ihrem Beruf und dem damit verbundenen Umgang geschuldet war, oder wie es Liz Hurley vierzig Jahre spรคยญter ausdrรผckte: ยซMan lernt nicht viele Zivilisยญten kennen als Schauspielerin.ยป Dirk Bogarde, den Capucine wรคhrend der Arbeiten fรผr ihren ersten Hollywoodfilm, ยซNur wenige sind ausยญ erwรคhltยป, 1959 kennengelernt hatte, wรคre ein weiterer Eintrag auf ihrer Liebhaberliste, falls sie eine solche gefรผhrt hรคtte. In seiner Autobiografie ยซCleared for Takeยญ-Offยป hielt er fest, sie sei die einzige Frau, die er hรคtte heiraten wollen. Es kam nicht so weit, eine Wohnung im Haus mit Nummer 6 am Lausanner Cheยญmin de Primerose kaufte er ebenfalls nicht.
Keine Hoffnung mehr im Herzen
Es gab zu dieser Zeit eine kleine Gemeinde grosยญser Hollywoodnummern am Genfersee oder in der Nรคhe, darunter Richard Burton (in Cรฉligยญny), Peter Ustinov (Bursins), Noรซl Coward (Monยญtreux), David Niven (ChรขteauยญdโOex), Blake Edยญwards (Gstaad) und, natรผrlich, Audrey Hepburn, Capucines Freundin, in Tolochenaz, fรผnfzehn Kilometer von Lausanne entfernt. An Gesellยญschaft mangelte es Capucine im Grunde nicht. Im Lied aus dem Broadwayยญ-Musical ยซCarouยญselยป heisst es: ยซWer Hoffnung im Herzen hat, wird nie alleine gehen.ยป Der Umkehrschluss: Ohne Hoffnung bleibt man alleine, auch inยญ mitten einerย crowd, einer Menge von Bekannten. Sie hatte immer weniger Hoffnung im Herzen.
Um die Mittagszeit stieg sie รผber das Gelรคnder ihrer Terrasse am Lausanner Chemin de Primerose 6.
ยซWeil ich die Schรคden bei anderen gesehen habe, lehne ich es ab, ein Star zu seinยป, sagte sie, als sie ihre amerikanische Laufbahn beendete. Das mag stimmen. Doch tat sieโs aus freien Stรผcken? ยซDa sie keinen Oscar bekommen hat, ist es vielleicht besser, Hollywood zu verlassen, bevor sie von ihm entlassen wirdยป, fasst Hofmann ihre Lage in seiner Biografie zusammen.
1970 erschien kein neuer Film mit Capucine, zum ersten Mal seit zehn Jahren. 1972, 1973 und 1974 ebenfalls nicht. 1971 spielte sie eine Nebenrolle in ยซRivalen unter roter Sonneยป, einem europรคischen Western mit Alain Delon. Er hatte in Amerika nie mehr geholt alsย French lover-Kleinauftritte, weshalb er zurรผckkehrte nach Europa, wo er alsย leading manย gesetzt war. Capucines Entwicklung war umgekehrt verยญ laufen โ mit รผber vierzig Jahren und immer noch vielen Bildern in Illustrierten, in denen sie unverรคndert als Star beschrieben wurde, entdeckte sie die Ansprรผche und Schwierigยญkeiten, die damit verbunden waren, einen Einยญdruck zu hinterlassen, wenn man bloss zwei Szenen und drei Bewegungen oder Sรคtze zur Verfรผgung hatte.
Die entscheidende Frage im Leben einer Schauspielerin, in dem sich alles darum dreht, von mรถglichst vielen Zuschauerinnen und Zuยญ schauern bewundert oder wenigstens wahrยญ genommen zu werden, lautet: ยซAre you worยญking, darling?ยป (Hast du Rollen, Liebling?) Es ist auch der Titel des Romans, den der Schauยญspieler Rupert Everett รผber einen Schauspieler geschrieben hat, der nicht arbeitet, keine Rollen hat. Folglich kein Schauspieler ist. Und also in der Wahrnehmung derer, die zรคhlen โ anยญdere Schauspieler und, vor allem, er selbst โ, ein Nichts ist, ein Niemand. Capucine mag ab der zweiten Hรคlfte der 1970er Jahre so oder รคhnยญlich empfunden beziehungsweise sich selbst eingeschรคtzt haben. Hofmann schreibt: ยซ1977 musste sie sich damit abfinden, dass ihre Karยญriere vorbei war.ยป Um fรผr ihr Leben aufzuยญ kommen, drehte sie Fernsehfilme und ยญ-serien (solche hatten damals nicht die Beachtung der besten heutigen von fรผr Streamingdienste proยญduzierten Mehrteilern).
1980 gab sie einem Journalisten vonย Le Matinย ein Interview und sagte, sie sei nun ยซreif fรผr das Theaterยป, nachdem sie sich frรผher davor gefรผrchtet habe, den gleichen Text jeden Tag fรผr ein oder zwei Jahre vorzutragen. War es eine Bewerbung? Vielleicht, aber eine erfolgยญlose. Ein Jahr wurde sie in derย Tribune de Genรจveย so wiedergegeben: ยซEs ist nett, dass Sie mich besuchen, aber ich habe nicht viel zu erzรคhยญlen. Man sieht mich in einem Nerzmantel und mit Perlen. Doch ich mache nichts Bemerkenswertes mehr.ยป
Audrey Hepburn soll zu Billy Wilder, dem Autor und Produzenten, gesagt haben: ยซIch bin nur eine halbe Frau. Um die andere Seite von mir zu kennen, musst du Capucine kennen.ยป Capucine wiederum habe der Schauspielerin Susan Hayward anvertraut: ยซAudrey und ich haben uns mehrmals gegenseitig vom Suizid abgehalten.ยป
Die Hepburn zรคhlte in den 1950er und 1960er Jahren zu den grรถssten weiblichen Filmstars. In diese Hรถhe war Capucine nie aufgestiegen. Vergleichbar waren die beruflichen Lebensยญlรคufe dennoch, auch die grosse Audrey war ab Ende der 1960er Jahre kaum mehr in Filmen zu sehen. Dies war aber wohl Ergebnis ihres eigenen Willens. Obwohl es grundsรคtzlich schwierig ist fรผr Frauen in der Mitte der Laufยญbahn grosse Rollen zu holen โ zu alt fรผr die Verยญfรผhrerin, zu jung fรผr die Grossmutter (es gab bisher meist bloss eine Meryl Streep je Generaยญtion). Audrey war zudem Mutter zweier Sรถhne und setzte sich als Wohltรคterin fรผr gute Zwecke ein; sie starb 1993, mit 63, an Krebs.
Wรคhrend der 1980er Jahre lebte Capucine ยซneben dem Telefonยป (Hofmann). Die alternde Diva, die der Welt und dem Filmgeschรคft den Rรผcken zuwendete, ihre Tage im halbdunklen Appartement in Lausanne verbringt, alleine mit frischen Blumen von Fans und sanft im Wind wehenden gezogenen Seidenvorhรคngen ... Die elegante Vorstellung ist beeinflusst von Marlene Dietrichs Lebensherbst in Paris. Es gibt sogar ein weichgezeichnetes Foto, auf dem die Dietrich genau das tut โ mit perfekยญtem Haar und Makeยญup, einen grossen Hรถrer in der manikรผrten Hand haltend und wohl geยญrade fernmรผndlich in Verbindung zu einer ausยญ gewรคhlten Berรผhmtheit stehend (beziehungsยญweise liegend). Die Wirklichkeit zeichnete ein weniger schรถnes Bild.
ยซEs ist nett, dass Sie mich besuchen, aber ich habe nicht viel zu erzรคhlen.ยป
Capucine hielt sich in diesen Jahren immer wieder in Anstalten auf, wo sie sich wegen Depressionen behandeln lassen musste. Sie schminkte und frisierte sich nicht mehr, verยญriet sie ihrem alten Freund Hubert de Givenยญchy; sie schlafe schlecht ausserdem, manchmal kรถnne sie gar nicht schlafen, ausgehen wรผrde sie schon lรคnger nicht mehr, sie sei immer die รlteste am Tisch. Als sie von Pflegern der psychiatrischen Klinik Cery in Prilly zu einer Kur abยญ geholt wurde, soll sie diese angeschrien haben: ยซLassen Sie mich sterben.ยป
Am Morgen des 17. Mรคrz 1990, einem Samsยญtag, zeigte sich die Sonne noch mal kurz, fรผr Nachmittag und Abend waren Wetterverยญschlechterung und schliesslich Schauer vorausยญ gesagt. Germaine Lefebvre, Capucine fรผr die Welt, Cappy fรผr ihre wenigen Freunde, spรผrยญte den Regen nicht mehr. Um die Mittagszeit stieg sie รผber das Gelรคnder ihrer Terrasse am Lausanner Chemin de Primerose 6. Im Haus, in dem einst drei Hollywoodstars Appartements hatten (und wo heute ยซP. et M. Shevardnadzeยป angeschrieben steht neben der Tรผrglocke des Penthauses im achten Stock).
Abschiedsbrief soll sie keinen hinterlassen haben. Audrey Hepburn hat sie vermutlich auch nicht mehr angerufen. Obwohl die Freunยญdinnen einander fest versprochen hatten, sich zu telefonieren, sobald der schwarze Hund der Depression wieder in ihr Leben tritt.
Blaise Hofmann: ยซCapucine. Unsere vergessene HollywoodยญIkoneยป, Zytglogge, Bern 2020 (Originalausgabe: ยซCapucineยป. Editions Zoรฉ, Genf, 2015), 200 Seiten.
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Nur mit Ihrer ausdrรผcklichen Einwilligung sind einige Vorgรคnge der Datenverarbeitung mรถglich. Ein Widerruf Ihrer bereits erteilten Einwilligung ist jederzeit mรถglich. Fรผr den Widerruf genรผgt eine formlose Mitteilung per E-Mail. Die Rechtmรครigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt vom Widerruf unberรผhrt.
Recht auf Beschwerde bei der zustรคndigen Aufsichtsbehรถrde
Als Betroffener steht Ihnen im Falle eines datenschutzrechtlichen Verstoรes ein Beschwerderecht bei der zustรคndigen Aufsichtsbehรถrde zu. Zustรคndige Aufsichtsbehรถrde bezรผglich datenschutzrechtlicher Fragen ist der Landesdatenschutzbeauftragte des Bundeslandes, in dem sich der Sitz unseres Unternehmens befindet.
Recht auf Datenรผbertragbarkeit
Ihnen steht das Recht zu, Daten, die wir auf Grundlage Ihrer Einwilligung oder in Erfรผllung eines Vertrags automatisiert verarbeiten, an sich oder an Dritte aushรคndigen zu lassen. Die Bereitstellung erfolgt in einem maschinenlesbaren Format. Sofern Sie die direkte รbertragung der Daten an einen anderen Verantwortlichen verlangen, erfolgt dies nur, soweit es technisch machbar ist.
Recht auf Auskunft, Berichtigung, Sperrung, Lรถschung
Sie haben jederzeit im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen das Recht auf unentgeltliche Auskunft รผber Ihre gespeicherten personenbezogenen Daten, Herkunft der Daten, deren Empfรคnger und den Zweck der Datenverarbeitung und ggf. ein Recht auf Berichtigung, Sperrung oder Lรถschung dieser Daten. Diesbezรผglich und auch zu weiteren Fragen zum Thema personenbezogene Daten kรถnnen Sie sich jederzeit รผber die im Impressum aufgefรผhrten Kontaktmรถglichkeiten an uns wenden.
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Die Verarbeitung der in das Kontaktformular eingegebenen Daten erfolgt ausschlieรlich auf Grundlage Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Ein Widerruf Ihrer bereits erteilten Einwilligung ist jederzeit mรถglich. Fรผr den Widerruf genรผgt eine formlose Mitteilung per E-Mail. Die Rechtmรครigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitungsvorgรคnge bleibt vom Widerruf unberรผhrt.
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